feantsa conference 2018 berlin - zusammen arbeiten um die wohnunglosigkeit in europa zu beenden

Feantsa ist die Europäische Föderation der Nationalen Organisationen, die seit 1989 mit über 100 gemeinnützigen Mitgliedsorganisationen mit Obdachlosen arbeitet. Über 350 Teilnehmer aus 29 Ländern in Europa und den USA kamen zu ihrer 30.jährligen zweitägigen Forschungskonferenz in Berlin zusammen, um “Obdachlosengeschichte zu schreiben”. Ausgehend von einer kleinen, freiwilligen Basisgruppe, die 1989 in Paris ratifiziert wurde, befindet sich nun ihr Standpunkt in Brüssel mit 15 Mitarbeitern, die (auch) Lobbyarbeit in den verschiedenen EU - Abteilungen und politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zum Thema Obdachlosigkeit leisten.

 

Tag 1: Für Besucher in Berlin wurde ein stadtweit koordiniertes Programm von Besuchen, Austausch und Untertreffenmit den verschiedenen Obdachloseninitiativen der Stadt organisiert, darunter eine Exkursion zum Unter Drucktreffpunkt in Wedding. Vereinsgründer Jan Markowsky und Coost (ich!) Empfingen die 30 Konferenzteilnehmer aus Kroatien, den Niederlanden, Ungarn, Italien, Österreich, Frankreich, Spanien, Deutschland, Dänemark und England: Den Besucher*innen wurde der Wohnungslosentreffpunkt gezeigt und wir beantworteten verschiedene Fragen bezüglich der Verbandsstruktur und ihrer Aktivitäten.

Tag 2: Die Konferenz begann mit einer Grundsatzrede von Professor Eoin O’Sullivan von der Schule für Arbeit und Sozialpolitik, Trinity College, Dublin “Auf dem Weg nach 2030“, was sich auf die “2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung” der EU (Interview von FENTSA hier und ein allgemeineres EU-Dokument hier) bezog. Er zitierte auch die amerikanischen Akademiker   Stephan Metraux und Dennis Culhaine die Pionierarbeit mit obdachlosen Kriegsveteranen betreiben. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion statt, auf der namhafte Persönlichkeiten der Bekämpfung von Obdachlosigkeit wie Patrick Develeter vom Europäischen Zentrum für politische Strategie, UN-Sonderberichterstatter für Wohnungsbau Leilani Farha, Vizebürgermeisterin Laia Ortiz in Barcelona und Dirk Hauer von der Diakonie Hamburg vertreten waren.

Die Diskussion konzentrierte sich weitgehend auf die Agenda 2030, einschließlich der Frage, ob die Diskussionsteilnehmer dies für ein realistisches Ziel hielten oder nicht. Einschließlich einer unangefochtenen Aussage von UN-Sprecherin Leilani Farha, die den Neo-Liberalismus als eine Ursache der Obdachlosen-Problematik und auch als ein nicht praktikables System in sich erklärte, Optimismus und Kritik recht ausgewogen. Es exsitiert ein aktuelles UN-Promo-Video über ihr Programm zur nachhaltigen Entwicklung. Des öfteren wurde das neue ungarische Gesetz erwähnt, das Obdachlosigkeit zum Verbrechen macht.

Der für FEANTSA relevanteste Teil des Agenda-2030-Pakets war die EU-Städteagenda, “ein intergrativer und coordinierter Versuch, sich mit stätdischen Dimensionen der EU, nationaler Politik und der Legislativen auseinanderzusetzten. Durch die Konzentration auf konkrete vorrangige Themen im Rahmen spezieller Partnerschaften will Agenda die Lebensqualität in städtischen Gebieten verbessern. In diesem Zusammenhang fördert FEANTSA eine eigene 5-Punkte-Initiative “Be Fair Europe”

Feantsa Konference -  Expert Panel & Key Note speaker Professor Eoin O’Sullivan

“Seien Sie gerecht, Europa - setzen Sie sich für obdachlose Menschen ein -Die Obdachlosigkeitin Europa nimmt zu. Millionen von Bürgern werden durch unzureichende politische Maßnahmen mit Nachwirkungen auf den sozialen Zusammenhalt und das Wirtschaftswachstum zurückgelassen. Die EU muss eine entscheidende Rolle spielen, um Lösungen zu finden. “

Dirk Hauer von der großen Hamburger Organisation Diakonie erklärte, dass alle größeren Organisationen, die, wie seine eigene, in diesem Bereich arbeiten, mehr Grassrootsbewegungnen und Willkommenskultur für Geflüchtete unterstützen, sowie aktiver bei Demonstrationen sein sollten.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Barcelona, Laia Ortiz, beschrieb eine neue transnationale Manifest-Initiative, die auf der Grundlage des Artikels 19, der auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte Bezug nimmt: Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten” . Dieser Artikel bezieht sich auch auf seine 1987 gegründete britische Menschenrechtsorganisation, (www.article19.org) deren spezifischer Auftrag es ist sich auf die Verteidigung und Förderung der Meinungs- und Informationsfreiheit zu konzentrieren. Generell schien es einen Konsens darüber zu geben, dass die Ziele der Agenda positiv waren, obwohl die moralische Verantwortung und Rechenschaftspflicht der Unternehmen und Oligarchen, die die Politik beeinflussen wenig oder gar nicht erwähnt wurden.

Nach der Podiumsdiskussion verteileten sich die Zuhörer dann in das breit gefächerte Programm von 15 Diskussionsworkshops zu Themen wie “Housing First”, Gesundheit, Migration, Beschäftigung, die Kriminalisierung von Obdachlosen, sowie das Obdachlosenphänomen bei Frauen, LGBTQ und Jugendlichen. Kurz zuvor gelang es mir, eine Ecke der Workshop-Infotafel zu konfiszieren, um eine kleine Propaganda-Ecke zu gestalten, die das von Unter Drucks zuletzt gesponserte Aktion Mensch-Projekt präsentierte. (VAGA 2020)

Der Obdachlosenverband Unter Druck Kultur von der Straße e.V. (Under-Pressure-Culture from the Streets) fordert die Realisierung eines Vagabunden-Kongresses 2020 in Berlin. Obdachlose Menschen haben keine Lobby. Ihre Menschenrechte werden oft ignoriert: Wir organisieren uns jetzt! Wir haben etwas zu sagen! Wir haben etwas zu zeigen! Wir haben unsere Träume!

 

    Da auch ich in einem sogenannten “Tiny Home” lebe, war der Workshop dazu meine erste Wahl am frühen Morgen. Die Gastredner waren Emmy Klooster von der holländischen Organisation Die Binnen Nest  und Barbara Poppe, die für den US-Rat für Obdachlosigkeit unter Obama arbeitete.

Emmy gab an, dass die Obdachlosigkeit in den Niederlanden um 70% zugenommen hat, was für sich allein schon Grund genug ist, für eine Art von Schutzprogramm zu werben . Sie präsentierte verschiedene Beispiele für die verschiedenen Formen von kleinen Unterkünften in Holland, von temporär bis permanent, erzählte von den Herausforderungen mit umliegenden Stadtvierteln und wies darauf hin, dass verschiedene Menschen auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Zum Beispiel Menschen mit psychosozialen Problemen, die mehr Privatsphäre brauchen und sich vielleicht auch nicht gut integrieren. Ich fragte nach Hausbesetzungen oder nach der so genannten Antibesetzungsbewegung in Holland (Menschen nehmen das Gebäude in Gewahrsam und leben dort billig, um Vandalismus abzuhalten), aber Emmy sagte, dass es keine Rückmeldung zu ihren Fragen dazu gegeben habe.

Es war auch klar, daß das Wort “Besetzen” die Menschen triggerd oder erschreckt, obwohl es eine lange Tradition hat und die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt ist. Als aktuelles Beispiel dazu besetzten die Menschen in Polen Schlösser und renovieren sie bevor diese an den Punkt kommen, an dem diese unwiederbringlich zerbröckeln. Die lokale Regierung erkennt die Vorteile und ermöglicht den "Hausbesetzern", weiterzumachen, da sie eine Nische füllen, die die Regierung vernachlässigt. Natürlich ist ein Schloss kein “Tiny Home”, die Idee in größeren, vielleicht baufälligen Gebäuden kleine lebenswerte Räume zu schaffen, jedoch schon.

Ist es besser, in einem Hochhaus im 20. Stock zu wohnen, als etwa in einer kleinen Wohnwagen umgeben von der Natur. Wagenburgleben“ wird, wie besetzen, dämonisiert und kriminalisiert: Wenn nur die Massen wüssten, wie bequem, sozial und billig es sein kann, würde der Immobilienmarkt zusammenbrechen :-)

Barbara Poppe stellte einige Beispiele kleiner Hausinitiativen vor und darauf wies darauf hin, daß mindestens 4 Fernsehsendungen in den USA zu diesem Thema ausgestrahlt werden. Diese werden jedoch aus der Perspektive von gut situierten Menschen gezeigt, die auf der Suche nach einem minimalen Lebensstil sind und nichts mit Obdachlosigkeit zu tun haben. Interessante Beispiele für reale Obdachlosigkeit waren "Dignity Village" in Portland, “Community First!” in Austin und das "Block Project" in Seattle. Angesichts der wachsenden zahl der Obdachosen und des Bevölkerungswachstums wird dieses Thema weiter an Bedeutung gewinnen. Wenn man sich Stadtlandschaften in ganz Europa und die riesige Menge leer stehender verfallender Immobilienspekulationsobjekten ansieht, sollte eine Neubewertung erfolgen, die die positiven Aspekte von Hausbesetzungen als eine legitime Form des Wohnens akzeptiert.

Der zweite Workshop thematisierte LGBTQ + Obdachlosigkeit, was für mich besonders interessant war, da dies ein wichtiger Punkt des laufenden Unterdruck / Erasmus Plus Projekt "Step Across the Border" ist. Dieses Thema wurde das erste Mal in der Geschichte von FEANTSA ernsthaft angesprochen, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass es bisher an glaubwürdigen Daten dazu mangelte .... bis jetzt. Pioniere auf diesem Gebiet sind die US-Organisation True Colors Fund, die in New York gegründet wurde und nun in Washington DC ansässig ist. Aktives Gründungsmitglied war die Sängerin Cyndi Lauper. Stellvertretend für True Colours waren Executive Director und C.O. Gregory Lewis und Chief Strategy Officer Jama Shelton PhD. Darüber hinaus vertrat der Chief Executive des Unternehmens, Tim Sigsworth MBE, den Albert Kennedy Trust (UK).

 

 

Sowohl True Colours als auch Albert Kennedy Trust operieren auf einer hochprofessionellen Ebene. Ihr Schwerpunkt ist Datensammlung und deren Analyse, die die jeweilig örtlichen Bemühungen, eine Lobby zu etablieren unterstützen. Ebenso identifizieren beide Organisationen Obdachlosigkeit unter LGBTQ + Jugend / jungen Erwachsenen als existenzielles Problem. In den USA wurden 40% der registrierten 1, 6 Millionen jungen obdachlosen Menschen als LGBTQ + identifiziert. Der Hauptgrund dafür ist “identitätsbasierte Familienabweisung”. Diese verletzlichen Menschen befinden sich auf der Straße und sind Zwangsprostitution, Drogen, Vergewaltigung und Posttraumatischem Syndrom ausgesetzt. Die am schlimmsten betroffenen Untergruppe sind POC LGBTQ +. Die Bedürfnisse von jungen LGBTQ Obdachlosen sind, akzeptiert zu werden, ein Ort zum Leben und, im Fall von Transgender, besondere Unterstützung für ihre Umwandlung. Organisationen in den USA und United Kingdom haben ähnliche Probleme und sehen die Notwendigkeit einer wirksamen Analyse, um überzeugende Argumente / Beweise vor den politischen Entscheidungsträgern zu präsentieren.

Diese Daten basierte Forschung hat sich als Wendepunkt erwiesen. True Colors nennt auch Voices of Youth Count “Verknüpfung von Beweisen und Maßnahmen zur Beendigung Jugendobdachlosigkeit” als glaubwürdige Organisation für die Datenerhebung. Als Neuling im Feantsa Netzwerk habe ich ein paar Fachbegriffe gelernt und zum Beispiel festgestellt, daß sich der Begriff “service providers” nicht direkt auf das Internet bezieht :-), sondern auf die Einblicke von Einzelpersonen oder Organisationen die mit Obdachlosen arbeiten. Die Informationen sind für diesen wichtigen Datensammlungsvorgang wesentlich. Die True Colours-Website enthält free download Aufkleber und Poster, sowie Apps, um Abteilungsbeamten, Sozialarbeitern, Ärzten usw. zu helfen, die Faktoren zu verstehen, die beim Umgang mit der Themengruppe eine Rolle spielen.

 

Weitere interessante Punkte die aus dieser Diskussion hervorgingen, waren:
 

  • Im Umgang mit LGBTQ + Obdachlosen ist es respektvoll zu fragen, mit welcher Anrede eine Person angesprochen werden möchte und zeigt eine  grundlegende Ebene des Verständnisses . Dies ist viel einfühlsamer als eine Person zu bitten ihr “Pathologisiertes” Geschlecht anzugeben, was diese meist dazu bringt nicht darüber zu reden.
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  • “Digital Services” wie Instagram und You Tube sind derzeit die effektivsten Plattformen für Analysen in diesem Bereich.
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  • Wie erreiche ich diese verletzlichen Menschen im Alltag eines Drop-in-Centers wie z.B. Unter Druck ? Aufkleber, Regenbogenflaggen, jegliche Zeichen oder Symbole signalisieren einem Neuankömmling sofort, daß der Raum für sie sicher ist.
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  • Intersektionalität - Wenn sich die Gemeinschaft als Ganzes nicht engagiert, driften Menschen, trotz mitunter starker Meinungsverschiedenheiten, in glaubensbasierte Organisationen ab.
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  • Frauen und Obdachlosigkeit sind ein eigenständiges Thema, das sich aber in vielen Bereichenmit LGBTQ Problemenüberschneidet und wurde so auch in die Diskussion einbezogen. Frauen die in missbräuchlichen Beziehungen gefangen sind, ohne einen Ausweg zu sehen dem Missbrauch lebenslang ausgestzt. Tun sie das nicht sind sie oft Obdachlosigkeit ausgesetzt.
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  • Auch wirtschaftliche Themen werden angeführt. Beispielsweise die Belegung der Debatte , daß die Kosten für die Unterstützung der Obdachlosen potenziell steigt, je länger diese obdachlos bleiben. Dies gibt Regierungen einen Anstoß mit der Jugendobdachlosigkeit in ihren frühen Stadien umzugehen.
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  • In ihren persönlichen Erfahrungen sind die Betroffenen selbst die besten Experten. Das Sammeln von Informationen über Fragebögen ist oft zu unpersönlich. Manchmal werden nicht die richtigen Fragen gestellt (siehe True Colors kostenlose download-fähige Help-Kits). Den Menschen werden die richtigen Fragen gestellt, aber im falschen Kontext, manchmal zu früh, wenn sie verängstigt sind.
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  • In Gesprächen haben gefragte Menschen kein Vertrauen in diejenigen, die die Fragen stellen.
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  • Empathie ist alles!
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  • Letztendlich sind all das Menschenrechtsfragen!
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  • Zu guter letzt: Das Ziel ist es, eine gerechte Behandlung für alle zu erreichen, und durch Beachtung von LGBTQ + Obdachlosigkeitsproblemen (die mit am meisten gefährdeten Menschen in unserer Gesellschaft) hilft, die Tür für alle zu öffnen.

 

Die Podiumsdiskussion war eine sehr artikulierte, evidenzbasierte und empathische Einschätzung der LGBTQ + Obdachlosigkeit und es gab einige wichtige Informationen und Ratschläge sowohl auf den US-amerikanischen, als auch auf den britischen Webseiten.

Also, wie versprochen und abschließend der Ausruf von Unter Druck Kultur von der Straße eV in Berlin: Im Czentrifuga Siebdruckstudio und beim Volksbühne Festival der Linken - No Room for Hate..... Ah Yeah!

Sehen Sie sich die neue Initiative von Albert Kennedy Trust an! ”Unsere No-Room-for-Hate-Kampagne ist eine wichtige Erinnerung, daß, während die Sonne scheint und wir die Pride-Saison feiern, junge Menschen immer noch Obdachlosigkeit und Missbrauch ausgesetzt sind, nur weil sie mutig genug sind, sich in ihren Familien zu offenbaren . Bitte unterstützen Sie uns und helfen Sie, lebenslange Obdachlosigkeit zu verhindern, indem Sie diesen Sommer für unsere Kampagne spenden und diese publik machen."

Natürlich habe ich auch an der Abschlusskonferenz teilgenommen. Die Atmosphäre war besonders an diesem Abend, als die Präsidenten, Pioniere und Gründer von Feantsa auf die Bühne traten, um Zeugnisse von 30 Jahren der Arbeit mit Obdachlosen zu geben. Es war auch eine Art Übergabezeremonie, da einige der Gruppenmitglieder in den Ruhestand treten und “junges Blut” die Verwaltung übernimmt. Thomas Specht, ebenfalls von der BAG Wohnungslosenhilfe, Deutschland und Pionier der Feantsa 1989, hielt eine amüsante Rede über die astrologische Bedeutung des genauen Zeitpunkts der Manifestation von Feantsa im Jahr 1989 und über die Anfänge der Organisation, bei dem ein Treffen mit dem legendären Kämpfern Obdachlosigkeit Abbé Pierre stattfand. Er erläuterte auch die Bedeutung des Standortes Kubis, der eine Pionierinitiative darstellte, die täglich bis zu 1000 Obdachlosen kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und Entlausung ermöglichte. Ian Tilling gab eine enthusiastische und optimistische Rede, in der er die Bedeutung der “wissenschaftlichen Analyse der Obdachlosigkeit” unterstrich und die Metapher eines Hebels, eines Drehpunkts benutzte an dem genug Menschen ziehen, um eine effektive Veränderung zu bewirken.

Alles in allem eine beeindruckende Erfahrung mit guten Leuten und interessanten Aktivitäten. Dank Paul und Robbie für die Unterkunft - undercover und ohne Eintrittspass :-)

 

 

Thomas Specht, Rina Beers, Mike Allen, Ian Tilling und Konferenzteilnehmer bei der Abschlusskonferenz in Kubus, Schachaus Neue Teupe

 

 

ENGLISH

 

 

Feantsa is the European Federation  of National Organisations Working with the Homeles,s with over 100 non profit member organisations since 1989 . Over 350 participants from 29 countries across Europe and USA met in  Berlin for their 30th annual, two day research conference, "working to make homelessness history". From a small voluntary grassroots interest group, ratified  in Paris in 1989,  their base is now in  Brussels with a staff of 15 people who are (also) busy lobbying the various EU departments there, engaging  with political and economic policy makers on the theme of homelessness.

Day 1:  There was a coordinated city-wide programme of visits, exchanges and sub meetings organised for the Berlin visitors, together with  the various city homeless initiatives, including a field trip to the Unter Druck meeting point in Wedding.  Association founder, Jan Markowsky and myself  received  30 conference delegates from Croatia, Netherlands, Hungary, Italy, Austria, France, Spain, Germany, Denmark and England.The  guests  were given a tour of the place  and we answered various questions regarding the association structure  and  its  activities.

Day 2: The conference began with a keynote speech from Proffessor Eoin O'Sullivan from the School of Work and Social Policy, Trinity College, Dublin "On the Road to 2030"; which refers to the EU  "2030 Agenda for Sustainable Development" (FENTSA interview about that here  and a more  general EU document here) He also citied the  American academics  Stephan Metraux and  Dennis Culhaine who make pionering research  with homeless war veterans.  This was followed with a panel discussion featuring major names in fighting homelessness including Patrick Develtere of the European Political Strategy Centre, UN Special Rapporteur for Housing Leilani Farha, Deputy Mayor of Barcelona Laia Ortiz, and Dirk Hauer from Diaconie Hamburg.

The discussion centered largely around the EiU 2030 Agenda, including the question as to if the panelists thought it a realistic goal or not. There was a healthy balance of optimism and criticism, including an unchallenged statement from  UN spokeswoman Leilani Farha declaring Neo Liberalism as a root cause of homelessness and also, as an unworkable system within itself. Otherwise heres  an aktuelle  UN promo video about their  Sustainable Development programme . There was also some special mentions about the new Hungarian law which makes homelessness a crime.  The part of the 2030 Agenda package, most relevant to FEANTSA, is the EU Urban Agenda "an integrated and coordinated approach to deal with the urban dimension of EU and national policies and legislation. By focusing on concrete priority themes within dedicated Partnerships, the Urban Agenda seeks to improve the quality of life in urban areas."  In this context, FEANTSA is promoting its own 5 point initiative Be Fair Europe

Conference Attendees, Expert Panel & Key Note speaker Professor Eoin O’Sullivan

"Be Fair, Europe - Stand Up for Homeless People - Homelessness is on the increase in Europe. Millions of citizens are being left behind by inadequate policy responses, with knock-on effects on social cohesion and economic growth.The EU has a crucial role to play in finding solutions."

Dirk Hauer from Hamburg organisation Diakonie, stated that  larger organisations like his own, working  in this field,  should support more grassroots activities as well as supporting the refugees welcome movement and also to be more pro active  at demonstrations.

Deputy Mayor of Barcelona, Laia Ortiz outlined a new  transnational Municipal Manifesto initiative based on the tenants of Article 19, which refers  to  Article 19 of the Universal Declaration of Human Rights, "Everyone has the right to freedom of opinion and expression; the right includes freedom to hold opinions without interference and to seek, receive and impart information and ideas through any media regardless of frontiers." and also referring to  its  namesake British human rights organization (www.article19.org)  founded in 1987, whose specific mandate is the focus on the defense and promotion of freedom of expression  and freedom of information. Generally, there seemed to be a consensus that the aims of the EU agenda were positive, although there was little or no mention of engagement with policy influencing corporations and oligarchs and the moral responsibilities and accountability which they must also share.

After the panel discussion, the audience then seperated into groups according to their choices, from a wide ranging programme of 15 Workshop/Discussions on topics such as  "Housing First", health, migration, employment, the  criminalisation of homelesss people and homelessness amongst women, LGBTQ and youth.

Shortly before that,  I managed to confiscate a  a corner of the workshop info board  to make a small propaganda corner presenting Unter Drucks latest Aktion Mensch sponsored project  Vaga 2020 

The homeless peoples association Unter Druck Kultur von der Strasse e.V.  (Under-Pressure- Culture from the Streets) calls for the realisation of a Vagabond Congress in 2020 in Berlin. Homless People have no lobby. Their human rights are often ignored: we organise ourselves now!  we have something to say! we have something to show! we have our dreams!

  As i also live in a so-called Tiny Home , this was my first choice for the early morning workshop .  The guest speakers  were  Emmy Klooster from Die Binnen Nest Organisation in Holland and Barbara Poppe who worked for  the US Interagency Council on Homelessness under the Obama administration.

Emmy stated there was a massive 70% increase in homelessness in Holland, which is enough reason in itself to petition for any kind of shelter programme. She presented various examples of the different forms of small shelters across Holland, both  temporary and  permanent,  and explained about challenges such as conflicts  with local neighbourhoods,  as well as pointing out that different people have  different needs  e.g some people with psycho social issues who need  more privacy and may not integrate well. I asked about squatting or the so -called anti squatting movement in Holland (people take on custody of buildings and live there cheaply in order to deter  vandalism)  but Emmy said there had been no feedback to her questions about this.

It was  clear that the word squatting  triggers or  frightens people , although there is a long tradition behind this and it has saved the livelihoods of millions of people throughout the world. As a current example, in Poland, people are squatting castles and restoring  them before the point that they crumble beyond repair. local government recognises that the work is beneficial and allow the "squatters" to continue, as they fulfill a role that the government cannot. Of course a castle is no tiny home, but it is possible to create  small liveable spaces within larger buildings.

Is it more preferable to live in a high rise block on the 20th floor than a small "wohnwagen" which is surrounded by  nature ? "Wagonburg" life, like squatting, is demonised and criminalised: if only the masses knew how comfortable, social and cheap it can be , the real estate market would collapse :-)

Barbara Poppe  also offered up several examples of tiny house initiatives, pointing out that there are at least 4 tv shows in the US that also explore this theme , however, they are shown from the perspective of well to do people who are in the search of a more minimal lifestyle  and, in fact, have nothing at all to do with helping the homeless. Interesting examples for genuine homeless people were  Dignity Village in Portland, Community First! in Austin and Block Project in Seattle . With the rise in homelessness and the rise in population, this issue will continue to become more relevant  and, when one looks at urban landscapes  across Europe and the massive amount of empty properties left to rot by property speculators, there should be a  re-evaluation  of   the positive aspects of squatting as a viable form of shelter for people.

LGBTQ+ & Homelessness. The second workshop i attended was on the theme of  homelessness amongst LGBTQ+ (lesbian,gay, bisexuelle, transgender, queer and other gender identities ) which was especially interesting for me, as it is also a mainpoint in the ongoing Unter Druck / Erasmus Plus  transnational project Step Across the Border. This was the first time in the FEANTSA history that this theme was seriously addressed which is largely because there has been a lack of  credible data on this theme.... until now. Pioneers in the field are the US organisation True Colours Fund  founded in New York and now based in Washington DC. and co-founded by the singer Cyndi Lauper. Representing True Colours were Executive Director and C.O. Gregory Lewis and Chief Strategy Officer Jama Shelton PhD.  Additionally, representing the Albert Kennedy Trust (UK)  was the organisations chief executive Tim Sigsworth MBE.

 

Both True Colours and Albert Kennedy Trust operate on a highly  professional level, with special emphasis on data collection and  analysis which helps to support  lobbying efforts in their respective home countries. Likewise, both organisations, identify homelessness amongst  LGBTQ+ youth / young adults as an existential issue. In the US, 40% of  a recorded 1, 6 million young homeless people are LGBTQ+ identified .The  main reason for this is gender-identity based family rejection. These vulnerable people find themselves on the streets and at the mercy of forced prostitution, drugs, rape, post traumatic stress, and  the worst hit sub group within this catchment  are P.O.C. (people of colour) LGBTQ+ The needs of young LGBTQ+  homeless are; to be accepted for who they are, a place to live and, in the case of transgender people, special support for their transition. Both of these US and the UK organisations identify many of the same issues and the need to make effective analysis in order to present convincing arguments/evidence  before policy makers.

This data based  research has proved to be a game changer, True Colours also cites Voices of Youth Count  "linking evidence and action to end youth Homelessness"  as a credible organisation for data collection. As a newbie to the Feantsa network, i learnt a few new technical terms, realising that the term "service providers", doesnt directly relate to the internet :-)  but rather, individuals or organisations  who are involved in the field of working with the homelsss, and it is the information that they  provide, that is essential to the all important  data collection process. The True Colours website includes free to download stickers and posters as well as  Apps  to help departmental officials, social workers and doctors etc. understand the factors at play when dealing with the subject group.

Further points of interest that came out of this discussion were:

- When dealing with LGBTQ+ homeless people -  asking which  pronoun with which a  person would like be adressed is respectfull and shows a base level of understanding  and is much more important/relevant  than  asking a person to state their gender, which has become "pathologised",  often implied negatively, making a person reluctant to talk about it all.

- How to reach out to these vulnerable people in everyday running of a drop in center such as our Unter Druck Cafe?.  Stickers, rainbow flags, any sign or symbol that immediately signalises  to a newcomer that the space is safe for them.

- Intersectionality - if the community at large is not engaged then one becomes sidelined - working with faith based organisations, sometimes despite strong differences of opinion

- Women and homlessness is another theme in itself but obviously it intersects  and was also brought into the discussion , namely the point whereby women are  trapped in abusive relationships and, seeing no way out, put up with lifetimes of abuse.

- "Digital Services"  Instagram and You Tube are currently the most effective indicators  for analysts working in this field.

- Economic arguments are also citied  to strengthen arguments such as, the cost of helping the  homeless rises exponentially  the longer they stay  homeless, which gives governments an economic incentive to tackle  youth homlessness in its early stages.

- Ultimately; the goal is to gain equitable treatment for everybody, and by centering LGBTQ+ homelessness issues (= centering some of the most vulnerable  people in our society) helps to open the door for everyone.

- People themselves are the best experts  of their own experiences but the process of collecting information from people via  questionaires is not straight forward. Sometimes they are not asked the right questions (see the  free to download True Colours help kits) or, people are asked the right questions but in the wrong context  e.g. too early in the process when they may feel suspicious or scared, as well as the problematic that people may not trust  those asking  the questions. 

- Empathy is everything!

- Ultimately all these issues are human rights issues!

- The panel discussion  was a very articulate, evidence and empathy based asessment of LGBTQ+ homelessness  and there are some essential infos and advice  on both the US and UK websites.

So, as promised, hashtags and  shout outs from the Berlin homeless peoples initiative Unter Druck Kultur von der Strasse, because theres No Room for Hate  in our  Czentrifuga screenprint studio and also at Volksbuhne/Festival der Linke  ..... Ah Yeah!

 

Check out the Albert Kennedy Trust new initiative! #no room for hate  “Our No Room For Hate campaign is an important reminder that whilst the sun is shining and we are celebrating Pride season, young people still face the risk of homelessness and abuse just for being brave enough to come out to their families. Please support us and help prevent lifetimes of homelessness by donating and sharing our campaign this Summer.”

I attended the final conference event at Kubis in Neu Köln. There was a special atmosphere this evening as the presidents, pioneers and founders of  Feantsa took to the stage to give testimonies of 30 years of working on  homeless issues. This was also a kind of handing over ceremony, as some of the group members approach retirement  and the "young blood"  takes over the administration.  Thomas Specht , also from BAG Wohnungslosenhilfe, Germany and 1989 Feantsa pioneer, made an amusing speech citing  the astrological significance of the exact date of the Feantsa manifest signing in 1989  and also the early days of the organisation, which included a meeting with legendary fighter against homelessness  Abbé Pierre  He also explained the significance of the Kubis location  which was a pioneering initiative  that provided free overnight accomodation, food and  delousing for up to 1000 homeless people daily. Ian Tilling gave an enthusiastic and optimistic speech , underlining the importance of "the scientific analysis of homelessness" and using the metaphor of a lever , a fulcrum (hinge) and having enough people to pull the lever , in order to make effective change.

All in all, an interesting experience with good people and engaging activities.Thanks to Paul and Robbie for accomodating me -  undercover and without an entry pass :-)

Thomas Specht, Rina Beers,  Mike Allen, Ian Tilling  and conference attendees at the final conference event at Kubus / das Schachaus neue Teupe

 

 

FINI

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





 

 

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Date: 

Thursday, June 14, 2018 - 14:00
Thursday, June 14, 2018 - 17:30
Friday, June 15, 2018 -
09:30 to 22:30